Gesundheit

02.08.2015 - , BM

GesundheitGesundheit ist nicht das Gegenteil von Krankheit, sondern die Anpassungsfähigkeit eines Lebens an eine Veränderung seines Ortes, den Ort der ein Leben ist und der Ort den es bewohnt, an dem es lebt.

Diese individuelle Anpassungsfähigkeit ist eine Frage eines gegebenen Rahmens von Möglichkeiten und eine Frage von vorhandener Kondition. Passende Erbanlagen und ausreichende Kondition ermöglichen eine leichte Anpassung an eine unumgängliche Veränderung eines Ortes. Erbanlagen sind dabei grenzgebend, rahmendbildend, Kondition ist strukturgebend, rahmenfüllend.

Ärzte, Medikamente, können nicht heilen, können nicht gesund machen, sie können nicht ein Leben anpassen; sie können vielmehr einen Zeitgewinn verschaffen, damit sich ein Leben anpassen kann. Ein guter Arzt ist darum ein Diplomat eines Patienten, der diesem Zeit verschafft und die dieser nutzen muss. Bei Unfällen werden die Löcher gestopft damit wir nicht auslaufen, heilen und an eine neue Lage anpassen, muss ein Organismus von selbst.

Eine Anpassungsfähigkeit, eine Variabilität, Gesundheit, ist mit zunehmendem Lebensalter abnehmend. Manche Menschen sind nicht mehr ausreichend anpassungsfähig, sie leben permanent mit Medikamenten welche sie vor einer Anpassung abhalten. Viele ältere Menschen in unseren Sterbeheimen sind nicht gesund, sie werden mit allen Mitteln der Kunst vom Sterben abgehalten und schaffen es schließlich doch sich diesem Vorhaben zu widersetzen. Insofern muss man vorsichtig sein, wenn man eine gestiegene, durchschnittliche Lebenserwartung mit mehr Gesundheit begründet, denn es könnte aufgrund von medizinisch-technischem Fortschritt auch so sein, dass die Kranken länger leben und die Menschen ehedem gesünder, das heißt anpassungsfähiger waren als sie es heute sind – sie hatten nur keine mächtigen Diplomaten, die ihnen Zeit gaben sich bei größeren Ortsveränderungen anzupassen, ihre Kondition war aufgrund ihrer Möglichkeiten schneller aufgebraucht.

Eine evolutionsbiologische Auswahl der Anpassungsfähigen ist darum nicht durch Fernhalten der Unbilden vom Leben möglich, sondern nur durch abrupte Ortsveränderung, durch Katastrophen für alle, bei denen nicht einzelne sondern ganze Populationen bedroht werden, denn nur dann werden über alle Altersklassen hinweg alle am Maßstab einer neuen Situation gemessen und deren Anpassungsfähigkeit, deren Gesundheit geprüft und nur dann pflanzen sich die Gesündesten, diejenigen, die sich anpassen konnten, fort. Die Spezies Mensch ist nicht wegen den warmen Stuben, den Medikamenten, den anscheinend segensreichen Errungenschaften, den vielen Möglichkeiten der Kunst um der Natur auszuweichen, sondern wegen den Katastrophen die wir überstanden haben.

Eine Hege der Jäger mit der Büchse schafft darum grundsätzlich keinen für einen Wildbestand vorteilhafteren, größeren Genpool, als vielmehr mit einer Annäherung der Zahl lebender Individuen an eine biologische Wilddichte, eine lebende Population mit erhöhter Kondition. Oder anders ausgedrückt: Die Überlebenden einer Jagd haben das Glück, dass sie bei besserer Kondition sein können, weil sie mit den Erlegten ihr Biotop, ihre Nahrungsgrundlagen nicht mehr teilen müssen. Es ist  zu beobachten, dass unter Abwesenheit von Gegenkräften eine Population ihr Nahrungsangebot oder vielmehr ihre natürlichen Grundlagen tendenziell nicht in maximale Kondition des Individuellen anlegt, sondern in Fortpflanzung umsetzt, die der Spezies, dem Allgemeinen zu Gute kommt - Quantität kommt in der Natur vor Qualität. Mit Quantität und Variation wird Vielfalt erzeugt und schließlich das Passende zum Vorhandenen ausgewählt. Fortpflanzung kommt in der Natur unter Abwesenheit von Gegenkräften vor Kondition.

Da sich der Mensch versucht einem Veränderungsdruck zu entziehen, die Evolution für sich selbst außer Kraft zu setzen, kann man davon ausgehen, dass sein Bestreben durch seine Kunst beim Individuellen zwar eine bessere individuelle Kondition verschafft, aber allgemein einen dysgenischen Faktor begünstigt, der eine Anpassungsfähigkeit an eine Ortsveränderung vermindert, denn wir vermindern die Vielfalt. Wir sind demnach also nicht gesünder geworden, sondern haben nur individuell eine bessere Kondition und darum noch nicht gemerkt, dass wir als Art nicht mehr so anpassungsfähig sind wie wir es schon einmal waren. Mit anderen Worten: Wir korrumpieren das universelle Gesetz von Quantität zum Vorteil individueller Qualität und damit zum Nachteil unserer Spezies. Wir bewältigten darum einschneidende Ortsveränderungen heute vermutlich ohne künstliche Hilfe schlechter als ehedem. Das Individuelle geht zu Lasten des Allgemeinen, eine Spezialisierung geht zu Lasten einer Vielfalt. Der Einzelne ist davon individuell unter Abwesenheit von Katastrophen nicht direkt betroffen,  er ist vor Ortsveränderungen weitgehend abgeschirmt und er hat einen mächtigen Medizinmann, der es ihm ermöglicht einer natürlichen, erzwungenen Anpassung temporär auszuweichen. Wir sind darum mehr denn je und weiterhin zunehmend auf unsere Kunst angewiesen. Eine Dauergabe von Medikamenten verhindert eine Anpassung, sie verhindert Gesundheit. Was dabei einem Individuum hilft oder nicht ist individuell, was per willkürlicher Definition als Medikament oder als Hokuspokus eigestuft wird, ist mit diesem Hintergrund in Frage zu stellen.

Was unsere Lebensmittel und Medikamente für den Einzelnen betrifft bedeutet dies, dass wir unsere Kondition dann im Rahmen unserer individueller Grenzen erhalten, wenn wir vom ersten das Artgerechte in ausreichender Menge haben und das zweite meiden wo immer wir können. Nicht Ärzte und eine Pharmaindustrie machen uns gesund, sondern ein unserer Art gerechtes Leben mit für unsere Art gerechte Lebensmittel. Lebensmittel, die Bausteine des Lebens, die uns aufbauen und die Information die sie enthalten, kann man darum nicht beliebig herstellen. Was lebensfeindlich ist das gehört darum nicht auf den Acker, denn mit grundsätzlich Lebensfeindlichem ist es nicht möglich Lebensmittel zu produzieren. Und es ist auch a priori ausgeschlossen, dass Verallgemeinerungen für eine „gesunde“ das heißt zuträgliche, konditionsförderliche Ernährung dem Individuellen zuträglich sind.

Das Individuum widerlegt eine Wissenschaft, denn es ist eine Ausnahme einer Verallgemeinerung. Gesundheit ist  individuelle Vielfalt und individuelle Flexibilität zu der nicht zuletzt auch ein passendes, natürliches Denken notwendig ist – denn was nutzt die robusteste Struktur, wenn sie durch ein natürliches Denken nicht vor Schaden bewahrt wird.

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